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Es war Sonntag, der 8. März 2020.

 

Das Ende der Tournee von AESTHETIC PERFECTION im Vorprogramm von LINDEMANN war am Vorabend mit einer eigenen, erfolgreichen Show in Moskau ausgeklungen.

 

Schon an den vergangenen Tagen in Städten im Osten Europas, die wir alle beflogen hatten, war es beklemmend, Leute am Flughafen in Ganzkörper-Schutzanzügen zu sehen.

 

Wir hatten unsere Abflüge allesamt vorverlegt auf die ersten abgehenden Maschinen und dafür auch nur ungefähr 4 Stunden Schlafmaximum in Kauf genommen, aber nichts ist so wertvoll wie das Eigenheim nach 5 Wochen Tourneeleben.

 

Und so stand ich mit Sänger Daniel und Tontechniker Jared um 8 Uhr morgens am Flughafen Sheremetyevo, um nach Hause zu fliegen. Feststellend, dass ausgerechnet ich, der dafür zu sorgen hat, dass Musiker und Crew Visa bekommen und alles bei sich haben, meinen Reisepass auf dem Hotelschreibtisch liegen lassen hatte… Wie dem auch sei, ein Taxi brachte mir meine Papiere noch gerade eben so rechtzeitig vor Abflug zum Flughafen. Und so bestritt ich meinen bis heute letzten Flug.

 

In der Folgewoche begab ich mich wie gewohnt täglich ins Büro, um aus den Nachrichten eine Hiobsbotschaft nach der anderen zu kassieren. Beinahe im Stundentakt gab es dann Hinweise aus den Nachrichten, die dazu führten, dass spätestens Freitag, den 13. März gar nichts mehr ging. Das letzte mir bekannte Live-Konzert ging am Samstag in Hannover über die Bühne. Aufgrund der Verunsicherung sind aber weniger als 50% der Ticketkäufer erschienen. Sei‘s drum…

 

Seit spätestens Mitte März 2020 steht die Veranstaltungswirtschaft still. Damals glaubte man noch, der „Spuk“ sei innerhalb von 1-2 Monaten vorbei. Auch ich gab mich optimistisch und prognostizierte die Durchführbarkeit der ab September geplanten Tourneen und Club-Shows. Ich wurde eines Besseren belehrt.

 

Zwischenzeitlich durfte ich an Veranstaltungen unter Hygiene-Auflagen in einem Gelsenkirchener Zirkus mitwirken. Es war schön, es gab endlich wieder etwas zu tun. Aber es war leider nur eine Ablenkung aus der Misere.

 

Seit spätestens dem Lockdown Anfang November bis einschließlich heute findet man sich aber in einer totalen Tristesse wieder. Es gab und gibt keinerlei Perspektiven, wann endlich wieder Konzerte (und andere Aufführungen) stattfinden können.

Es ist nunmehr ein ganzes Jahr her, seit uns quasi das Handwerk gelegt wurde.

Bis heute wird die Veranstaltungswirtschaft mit Hilfen stiefmütterlich bedacht. Aussichten, wie es weitergehen soll, gibt es bislang keine. Oder wenn es sie gibt, dann sind es nur Mutmaßungen.

 

Ich bin Befürworter der Organisation www.alarmstuferot.org sowie deren Aktionen und habe selbst an drei Demonstrationen teilgenommen. Persönlichkeiten wie Herbert Grönemeyer und Dieter Hallervorden haben gesprochen und mir mit ihren Reden Gänsehaut verursacht. Genützt hat es leider nur bedingt.

Auch wenn viele von uns (ich schließe damit meine Kollegen aus der Veranstaltungsbranche ein) in anderen (Aushilfs-)Jobs hängen, um wenigstens etwas Einkommen ins System einspielen zu können, so möchten wir doch eigentlich das „Gestrick“ zurück, in dem wir stark sind: Veranstaltungen planen, organisieren und letztendlich durchführen.

 

Die Regierung jedoch lässt sich nicht beirren und führt ihren Lockdown-Kurs seit Monaten fort, obgleich die Veranstaltungswirtschaft (und andere Zweige) bewiesen hat, auch unter Hygiene-Maßnahmen Veranstaltungen erfolgreich und ohne (bekannte) Ansteckungen durchgeführt zu haben.

Inzidenz- und R-Werte hin oder her: Es gibt bei dem vorsichtigen Vorgehen der Regierung keinerlei Hoffnung auf baldige Veranstaltungen.

 

Es fällt mir sehr schwer, aber auch wir sind nunmehr auf fremde Hilfen angewiesen, um in Zukunft nicht nur zu überleben, sondern vielmehr auch – sollte die Pandemie endlich vorbei oder zumindest reduziert und kontrolliert sein – wieder zurück zu unserem Kerngeschäft zu kehren.

 

Viele von Euch haben ähnliche Schwierigkeiten, sind in Kurzarbeit, etc. Wer allerdings kann und möchte, den bitten wir: Unterstützt Eure Lieblingsbands, indem Ihr Merchandise einkauft, unterstützt Eure Lieblingsclubs, indem Ihr deren Hilfsprogramme verfolgt. Alle können finanzielle Hilfen gerade jetzt nicht nur sehr gut gebrauchen, sondern sind oftmals darauf angewiesen. Es liest sich immer wieder ermahnend und womöglich ermüdend. Aber spätestens, wenn Band oder Club nicht mehr existieren, wisst Ihr, was Euch fehlt…

 

Wer danach den einen oder anderen Euro noch spenden möchte, kann das jetzt wie folgt tun, um uns zu unterstützen:

 

Paypal:

www.paypal.me/plusweltpromotion

 

Banküberweisung:

Inhaber: Jan Winterfeld - PLUSWELT PROMOTION

IBAN: DE55380707240296333800

BIC: DEUTDEDBXXX

 

Ich danke Euch von ganzem Herzen!

 

 

Jan Winterfeld / PLUSWELT PROMOTION

8. März 2021

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It was Sunday, the 8th of March 2020.

 

The AESTHETIC PERFECTION-tour with LINDEMANN had come to an end, and the final bell was struck with an amazingly successful headline show in Moscow the night before.

 

The days leading up to this were unsettling. As we criss crossed Eastern European airports, we could already see signs of what was to come. Temperatures being taken, people in full body protective gear disinfecting the terminals, etc…

 

Band and crew were booked on the earliest available flights home. We were all operating on four hours of sleep, but it didn’t matter, we just wanted to get home. There is nothing as precious as sleeping in your own bed after 5 weeks on the road.

 

Standing at Sheremetyevo airport at 8am with singer Daniel and sound engineer Jared, excited to fly home it dawned on me: I had forgotten my passport. Me. The one person who’s job it was to ensure band and crew had what they needed, had left one of the most important things on his hotel room desk. Somehow, a taxi managed to return my passport just in time. And such was the story of my, up until now, last flight.

 

In the following week I went to the office as usual, however, almost every hour there were announcements that led to the fact that from Friday, 13th March at the latest, there would be no more events in most parts of Germany. The last concert I knew of took place in Hannover that following Saturday. Given the public’s fear and uncertainty, only half of the ticket holders showed up.

 

Since the middle of March 2020, the entertainment industry has been at a standstill. At the time, we believed this spectre would only last for a month or two. I myself remained optimistic and expected that my tours and club shows booked for the autumn would be able to go on as planned. How wrong I was.

 

In the meantime I was allowed to move forward with a number of socially distanced concerts in a circus tent in Gelsenkirchen. It was fun. It gave me something to do. But it was just a Band Aid; a minor distraction.

 

From the beginning of the German lockdown in November up until today, we find ourselves again in the midst of melancholy, with no word on when concerts and events can finally return. It’s been a year now since we’ve had to lay down our tools, yet despite our patience, it feels as if we are treated like an unwanted step child.

 

I am a supporter of Alarmstuferot, an organisation that seeks to represent the needs of the event industry to the German government, and a proponent of their current actions. I have personally taken part in three demonstrations in Berlin and Hamburg, I have listened to speakers such as German pop star Herbert Grönemeyer and actor Dieter Hallervorden, and although their words gave me goosebumps, it seems not much has changed.

 

Many of us in the entertainment industry have taken up side jobs in order to make ends meet, yet we long to return to doing what we do best: Planning, organising and executing events.

 

The German government appears to be hell bent on pursuing the lockdown course, despite the fact that we have demonstrated our ability to safely hold events (while adhering to social distancing and hygiene guidelines), with zero reported cases arising from our circus concerts.

 

It is not easy for me to ask for help, but our future is no longer in our own hands. It’s about so much more than survival, because should this pandemic end or at least be brought under control, we want to be able to get back to work!

 

I know many of you are struggling right now, too. I only ask this of those who are able: Support your favourite bands. Buy their merchandise. Buy their music. Support your favourite clubs. Not only is financial support appreciated, many of us rely on it.

I know this all sounds dire, but if your favourite bands and clubs disappear, then what?

 

And after all that, if you have a Euro or two leftover that you would like to contribute, find our information here.

 

Paypal:

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Bank transfer:

Owner: Jan Winterfeld - PLUSWELT PROMOTION

IBAN: DE55380707240296333800

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Thank you so much! 

Jan Winterfeld / PLUSWELT PROMOTION

8th March 2021