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31. März 2022

„Aufgrund der Pandemie musste unsere Tournee auf kommendes Jahr verschoben werden.“

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, als ich an meine letzte Dienstreise am 8. März 2020 erinnerte und nach einem Jahr Pandemie Resümee zog. Ein weiteres Jahr ist ins Land gezogen, und obgleich es aktuell weitaus wichtigere Dinge in der Welt gibt, darf die Frage gestellt werden: Was ist im zweiten Corona-Jahr passiert?

„Aufgrund der Pandemie musste unsere Tournee auf kommendes Jahr verschoben werden.“ Jeder Konzertgänger hat es über seine Lieblingsbands zur Genüge gelesen, wir Veranstalter haben es gefühlt eine dreistellige Anzahl an Malen getippt. Mit der Folge, dass eine Vielzahl von Konzerten und Tourneen, die für 2020 angesetzt waren, bis heute nicht stattgefunden haben. Frustrierend, enttäuschend und nervig für den Ticketkäufer, frustrierend für den Künstler, frustrierend für uns. 

Wie so viele andere aus unserer Branche habe auch ich mir andere Jobs gesucht, habe erst Corona-Testproben vom neu eröffneten Berliner Flughafen täglich nach Hamburg gebracht und später Salat-Bowls ausgefahren - für einen Betrieb, der ebenfalls von Veranstaltern neu erschaffen wurde. Im dritten Vierteljahr des vergangenen Jahres durften wir eine weitere Saison in jenem Zirkuszelt veranstalten. Mit längerem Vor- und Anlauf konnten wir mehr Konzerte erwirken als noch im Vorjahr. Von der Dankbarkeit des Publikums konnten wir deutlich zehren, die Einnahmen sind natürlich längst aufgebraucht. Ein paar weitere Festivals und Club-Konzerte haben stattgefunden, darunter diverse mit nur mäßigem Erfolg. 

Knappe fünf Monate nach der zuletzt von uns veranstalteten Show gibt es zwar früher im Jahr Hoffnung auf Lockerungen und Öffnungen als noch 2021. Der Ticketkäufer ist aber weiterhin vorsichtig, sich neue Tickets anzuschaffen. Zurecht. Immerhin hängen ja noch diverse Eintrittskarten zu Hause an der Pinnwand, für die es bislang keine Verwendung gab.

Derweil fordern die Förderbanken ihre Corona-Hilfen aus dem April 2020, die für „Liquiditätsengpässe“ gedacht waren, zu einem Großteil zurück. Es wird angezweifelt, dass wirklich finanzielle Engpässe bestanden haben, und Ticketeinnahmen für weit in der Zukunft liegende Konzerte, die bis heute nicht stattgefunden haben, werden als Einnahmen angerechnet. Wohlgemerkt Ticketeinnahmen, die uns Veranstaltern zum größten Teil gar nicht gehören, sondern wovon Künstlergagen, Produktionskosten wie Technik und Techniker, Catering, An- und Abreisen, etc. bezahlt werden. Hilfen ab dem November 2020 werden teilweise bestritten. Die Finanzämter haben überdies sämtliche geduldeten Stundungen aufgehoben, als sei die Pandemie vorbei. 

Und was macht der Ticketkäufer? Er ist es leid, das teilweise zum fünften Mal verschobene Konzert seiner Lieblingsband hinzunehmen und möchte sein Geld zurück. In vielen Fällen abermals: Zurecht. Und auch durchaus verständlich, auch ich habe noch Eintrittskarten für diverse Künstler herumliegen, die ich gerne sehen möchte.


Alles zusammen macht die Situation es aber für genau eine Partei in der Kette extrem schwer: Die Veranstalter, die zusehen müssen und mussten, wie ihre gesamte Existenz wie ein Kartenhaus zusammenzufallen droht. Die Veranstalter, welche durch Verschiebungen unzählige Stunden gearbeitet haben, ohne dafür bezahlt zu werden. 

Und obwohl es für den Sommer 2022 pandemie-bedingt aktuell hoffnungsvoll für Konzerte aussieht, so blieb doch – diverse Schreiben mit den Behörden und drei angebrochene Lebensversicherungen später - ein zweiter Winter quasi ohne Einnahmen zu finanzieren.

All das sind Peanuts gegen das, was gerade in der Welt oder vielmehr in Osteuropa passiert. Aber die Situation ist für uns Veranstaltende bei dem anbrechenden 3. Jahr der Pandemie keinen Deut besser, sondern nur noch schwieriger geworden. 

Daher sage ich heute wie vor einem Jahr, wenn Ihr denn könnt: Bitte unterstützt Eure Lieblingskünstler, unterstützt Euren Lieblingsclub, kauft Merchandise, kauft und behaltet Eure Tickets! 

Wer dann noch einen Taler übrig hat, kann natürlich auch uns unterstützen. Ich habe mich im vergangenen Jahr bei jeder und jedem Einzelnen für ihre/seine Spende bedankt, wann immer ich einen Kontakt hatte. Und bin auch immer noch unendlich dankbar. Leider sind diese mittlerweile längst aufgebraucht. 

Für die anstehende Konzertsaison wünsche ich Euch von ganzem Herzen mächtig viel Spaß! Treibt es, auch bunt! Dankeschön!
 

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31st March 2022

“Due to the pandemic, our tour had to be postponed until next year.”

It’s been almost exactly one year since I looked back on my last official business trip on the 8th of March, 2020 and was forced to reevaluate my profession. Another trip around the Sun, and although there are more important matters going on in the world, it still begs the question: What took place in the second year of the Pandemic? 

“Due to the pandemic, our tour had to be postponed until next year.” Every concertgoer is all too familiar with such announcements from their favourite bands, and we promoters have typed them more times than we can count. Endless concerts and tours that, even until now, have not been allowed to take place. Frustrating, disappointing and annoying for the ticket buyer, frustrating for the artist, frustrating for us. 

Like many others in our industry, I, too, sought out other forms of employment. First, transporting Corona test samples from the newly opened Berlin Airport to Hamburg, and then delivering Salad Bowls from a restaurant that had been recently opened by other promoter colleagues of mine. During the third quarter of last year, we were allowed to run a string of shows in a circus tent. Despite many starts and stops, we were able to coax out more shows than the preceding year. We could always count on the gratitude of the audiences, however the income quickly dried up. A handful of others shows and festivals have taken place, with varied success. 

Nearly five months after our last show, there is finally a light at the end of the tunnel. It appears we’ll see an easing of the restrictions earlier than in 2021. Ticket buyers are, understandably, cautious about investing in new tickets. Many of them still have tickets from previous tours hanging on their bulletin boards, waiting to be used. 

Meanwhile, however, the business development banks who were tasked with distributing financial aid during the pandemic are requesting the majority of that money back. Assuming that the worst is over, they are calculating ticket sales from concerts that have yet to take place as income, ignoring the fact that we promoters do not even keep the lion's share of these earnings. Artist fees, production costs for tech and crew, catering and travel account for nearly everything. And, as if the pandemic were over, the tax office has removed all deferrals and delays. 

And what does the ticker buyer do? After having their favourite band’s concert postponed for the fifth time, they want their money back. This is completely understandable. I’m a concert fan, too. I have my own pile of tickets laying around for concerts I would love to attend.

All of this makes the situation particularly difficult for a specific link in the chain: The promoters, who simply look on as their livelihood collapses like a house of cards. Those who, because of just too many cancellations and postponements, have worked countless hours, without earning a penny. 

Despite the positive prognosis for the summer of 2022, a number of various notices from various authorities and 3 broken life insurance policies are left in the wake of previous years. And a second Winter with barely any income had to be covered. 

Of course, this all pales in comparison to what is currently transpiring in Eastern Europe. However, the situation for us promoters in the third year of a pandemic has not improved, rather, it has simply become more difficult. 

This is why I’m repeating the same mantra from last year: Support your favourite artists, support your favourite night clubs. Buy merchandise and hang on to your concert tickets! 

If you have a penny left you can also support us.

Last year I made it a point to personally thank everyone who was able to help contribute to the continuation of Pluswelt. I remain eternally grateful. Unfortunately, these donations have been long expended.

I want to wish you all happiness and joy for the upcoming concert season! 

Thank you!

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8. März 2021

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Es war Sonntag, der 8. März 2020.

 

Das Ende der Tournee von AESTHETIC PERFECTION im Vorprogramm von LINDEMANN war am Vorabend mit einer eigenen, erfolgreichen Show in Moskau ausgeklungen.

 

Schon an den vergangenen Tagen in Städten im Osten Europas, die wir alle beflogen hatten, war es beklemmend, Leute am Flughafen in Ganzkörper-Schutzanzügen zu sehen.

 

Wir hatten unsere Abflüge allesamt vorverlegt auf die ersten abgehenden Maschinen und dafür auch nur ungefähr 4 Stunden Schlafmaximum in Kauf genommen, aber nichts ist so wertvoll wie das Eigenheim nach 5 Wochen Tourneeleben.

 

Und so stand ich mit Sänger Daniel und Tontechniker Jared um 8 Uhr morgens am Flughafen Sheremetyevo, um nach Hause zu fliegen. Feststellend, dass ausgerechnet ich, der dafür zu sorgen hat, dass Musiker und Crew Visa bekommen und alles bei sich haben, meinen Reisepass auf dem Hotelschreibtisch liegen lassen hatte… Wie dem auch sei, ein Taxi brachte mir meine Papiere noch gerade eben so rechtzeitig vor Abflug zum Flughafen. Und so bestritt ich meinen bis heute letzten Flug.

 

In der Folgewoche begab ich mich wie gewohnt täglich ins Büro, um aus den Nachrichten eine Hiobsbotschaft nach der anderen zu kassieren. Beinahe im Stundentakt gab es dann Hinweise aus den Nachrichten, die dazu führten, dass spätestens Freitag, den 13. März gar nichts mehr ging. Das letzte mir bekannte Live-Konzert ging am Samstag in Hannover über die Bühne. Aufgrund der Verunsicherung sind aber weniger als 50% der Ticketkäufer erschienen. Sei‘s drum…

 

Seit spätestens Mitte März 2020 steht die Veranstaltungswirtschaft still. Damals glaubte man noch, der „Spuk“ sei innerhalb von 1-2 Monaten vorbei. Auch ich gab mich optimistisch und prognostizierte die Durchführbarkeit der ab September geplanten Tourneen und Club-Shows. Ich wurde eines Besseren belehrt.

 

Zwischenzeitlich durfte ich an Veranstaltungen unter Hygiene-Auflagen in einem Gelsenkirchener Zirkus mitwirken. Es war schön, es gab endlich wieder etwas zu tun. Aber es war leider nur eine Ablenkung aus der Misere.

 

Seit spätestens dem Lockdown Anfang November bis einschließlich heute findet man sich aber in einer totalen Tristesse wieder. Es gab und gibt keinerlei Perspektiven, wann endlich wieder Konzerte (und andere Aufführungen) stattfinden können.

Es ist nunmehr ein ganzes Jahr her, seit uns quasi das Handwerk gelegt wurde.

Bis heute wird die Veranstaltungswirtschaft mit Hilfen stiefmütterlich bedacht. Aussichten, wie es weitergehen soll, gibt es bislang keine. Oder wenn es sie gibt, dann sind es nur Mutmaßungen.

 

Ich bin Befürworter der Organisation www.alarmstuferot.org sowie deren Aktionen und habe selbst an drei Demonstrationen teilgenommen. Persönlichkeiten wie Herbert Grönemeyer und Dieter Hallervorden haben gesprochen und mir mit ihren Reden Gänsehaut verursacht. Genützt hat es leider nur bedingt.

Auch wenn viele von uns (ich schließe damit meine Kollegen aus der Veranstaltungsbranche ein) in anderen (Aushilfs-)Jobs hängen, um wenigstens etwas Einkommen ins System einspielen zu können, so möchten wir doch eigentlich das „Gestrick“ zurück, in dem wir stark sind: Veranstaltungen planen, organisieren und letztendlich durchführen.

 

Die Regierung jedoch lässt sich nicht beirren und führt ihren Lockdown-Kurs seit Monaten fort, obgleich die Veranstaltungswirtschaft (und andere Zweige) bewiesen hat, auch unter Hygiene-Maßnahmen Veranstaltungen erfolgreich und ohne (bekannte) Ansteckungen durchgeführt zu haben.

Inzidenz- und R-Werte hin oder her: Es gibt bei dem vorsichtigen Vorgehen der Regierung keinerlei Hoffnung auf baldige Veranstaltungen.

 

Es fällt mir sehr schwer, aber auch wir sind nunmehr auf fremde Hilfen angewiesen, um in Zukunft nicht nur zu überleben, sondern vielmehr auch – sollte die Pandemie endlich vorbei oder zumindest reduziert und kontrolliert sein – wieder zurück zu unserem Kerngeschäft zu kehren.

 

Viele von Euch haben ähnliche Schwierigkeiten, sind in Kurzarbeit, etc. Wer allerdings kann und möchte, den bitten wir: Unterstützt Eure Lieblingsbands, indem Ihr Merchandise einkauft, unterstützt Eure Lieblingsclubs, indem Ihr deren Hilfsprogramme verfolgt. Alle können finanzielle Hilfen gerade jetzt nicht nur sehr gut gebrauchen, sondern sind oftmals darauf angewiesen. Es liest sich immer wieder ermahnend und womöglich ermüdend. Aber spätestens, wenn Band oder Club nicht mehr existieren, wisst Ihr, was Euch fehlt…

 

Wer danach den einen oder anderen Euro noch spenden möchte, kann das jetzt wie folgt tun, um uns zu unterstützen:

 

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Ich danke Euch von ganzem Herzen!

 

 

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8th March 2021

It was Sunday, the 8th of March 2020.

 

The AESTHETIC PERFECTION-tour with LINDEMANN had come to an end, and the final bell was struck with an amazingly successful headline show in Moscow the night before.

 

The days leading up to this were unsettling. As we criss crossed Eastern European airports, we could already see signs of what was to come. Temperatures being taken, people in full body protective gear disinfecting the terminals, etc…

 

Band and crew were booked on the earliest available flights home. We were all operating on four hours of sleep, but it didn’t matter, we just wanted to get home. There is nothing as precious as sleeping in your own bed after 5 weeks on the road.

 

Standing at Sheremetyevo airport at 8am with singer Daniel and sound engineer Jared, excited to fly home it dawned on me: I had forgotten my passport. Me. The one person who’s job it was to ensure band and crew had what they needed, had left one of the most important things on his hotel room desk. Somehow, a taxi managed to return my passport just in time. And such was the story of my, up until now, last flight.

 

In the following week I went to the office as usual, however, almost every hour there were announcements that led to the fact that from Friday, 13th March at the latest, there would be no more events in most parts of Germany. The last concert I knew of took place in Hannover that following Saturday. Given the public’s fear and uncertainty, only half of the ticket holders showed up.

 

Since the middle of March 2020, the entertainment industry has been at a standstill. At the time, we believed this spectre would only last for a month or two. I myself remained optimistic and expected that my tours and club shows booked for the autumn would be able to go on as planned. How wrong I was.

 

In the meantime I was allowed to move forward with a number of socially distanced concerts in a circus tent in Gelsenkirchen. It was fun. It gave me something to do. But it was just a Band Aid; a minor distraction.

 

From the beginning of the German lockdown in November up until today, we find ourselves again in the midst of melancholy, with no word on when concerts and events can finally return. It’s been a year now since we’ve had to lay down our tools, yet despite our patience, it feels as if we are treated like an unwanted step child.

 

I am a supporter of Alarmstuferot, an organisation that seeks to represent the needs of the event industry to the German government, and a proponent of their current actions. I have personally taken part in three demonstrations in Berlin and Hamburg, I have listened to speakers such as German pop star Herbert Grönemeyer and actor Dieter Hallervorden, and although their words gave me goosebumps, it seems not much has changed.

 

Many of us in the entertainment industry have taken up side jobs in order to make ends meet, yet we long to return to doing what we do best: Planning, organising and executing events.

 

The German government appears to be hell bent on pursuing the lockdown course, despite the fact that we have demonstrated our ability to safely hold events (while adhering to social distancing and hygiene guidelines), with zero reported cases arising from our circus concerts.

 

It is not easy for me to ask for help, but our future is no longer in our own hands. It’s about so much more than survival, because should this pandemic end or at least be brought under control, we want to be able to get back to work!

 

I know many of you are struggling right now, too. I only ask this of those who are able: Support your favourite bands. Buy their merchandise. Buy their music. Support your favourite clubs. Not only is financial support appreciated, many of us rely on it.

I know this all sounds dire, but if your favourite bands and clubs disappear, then what?

 

And after all that, if you have a Euro or two leftover that you would like to contribute, find our information here.

 

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Owner: Jan Winterfeld

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Thank you so much! 

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